Augenoperationen

Durch die Entwicklung mikrochirurgischer Techniken haben sich viele Eingriffe in der Augenheilkunde noch weiter verbessert. In den meisten Fällen werden die Operationen ambulant durchgeführt.

Ein Überblick über das operative Spektrum:

Grauer Star (Katarakt)

Die häufigste Operation überhaupt findet im Gebiet der Augenheilkunde statt: die Operation des Grauen Stars (Katarakt). Da fast jeder Mensch im höheren Alter eine Linsentrübung erfährt, welche die Sehschärfe herabsetzt, stellt diese Operation einen deutlichen Zugewinn an Lebensqualität dar: die trübe Linse wird durch eine klare Intraokularlinse (IOL) ersetzt.

In den meisten Fällen erfolgt der Eingriff unter örtlicher Betäubung als ambulante Operation, der Patient kann unmittelbar nach dem Eingriff nach Hause gehen. Am nächsten Tag erfolgt die Kontrolle durch den Augenarzt.

Durch die Einführung moderner Intraokularlinsen konnten noch weitere Optimierungen erreicht werden. Um eine optimale Anpassung an die individuellen Ansprüche und Bedürfnisse unserer Patienten garantieren zu können, wird aus mehr als 15 verschieden Linsentypen ausgewählt. Die Entscheidung für eine bestimmte Linse wird nach ausführlicher Information getroffen. Dabei sind vor allem folgende Eigenschaften moderner Intraokularlinsen zu betonen:

  • Asphärische Linsen ermöglichen ein weiter verbessertes Kontrastsehen durch eine hochwertige optische Fertigung. Dies ermöglicht optische Vorteile auch bei schlechten Lichtverhältnissen und in der Dämmerung.
  • Multifokale Linsen korrigieren sowohl Fern- wie Nahbereich, so dass in vielen Fällen eine vollständige Brillenunabhängigkeit erreicht werden kann. In über 90% der Fälle kann sowohl auf die Fernbrille als auch auf die Lesebrille verzichtet werden. Inzwischen haben trifokale Intraokularlinsen den Zwischenbereich weiter verbessert, was sich vor allem bei Computerarbeit äußerst positiv bemerkbar macht.
  • Torische Linsen korrigieren neben der bestehenden Fehlsichtigkeit (Weitsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit) zusätzlich den Brechungsfehler einer Hornhautverkrümmung.
  • Multifokal-torische Linsen kombinieren die genannten Eigenschaften, so dass auch Patienten mit einer Hornhautverkrümmung die Vorteile einer Multifokallinse genießen können.

Weitere Informationen zur Operation des Grauen Stars und den Möglichkeiten, welche moderne Intraokularlinsen bieten, erhalten Sie auf den Seiten des Augenoperationszentrums Fulda AOZ.

Grüner Star (Glaukom)

Der Begriff Glaukom beschreibt eine Erkrankung des Sehnerven. Häufig ist ein überhöhter Augeninnendruck der Auslöser. Die Augendrucksenkung wird in den meisten Fällen der Glaukomerkrankung durch Medikamente wie z.B. Augentropfen erreicht.

Lässt sich allerdings medikamentös keine Augendrucksenkung erreichen, so bestehen Möglichkeiten durch einen Lasereingriff oder eine Operation den Augeninnendruck auf das angestrebte Niveau zu senken.

Mit dem Nd:YAG-Laser kann innerhalb weniger Minuten eine Verbindung zwischen vorderer und hinterer Augenkammer angelegt werden, um eine Entlastung bei engem Kammerwinkel zu schaffen, man spricht von einer Iridotomie.

Die selektive Lasertrabekuloplastik SLT führt durch eine Anregung des Gewebes, welches den Abfluss reguliert (sog. Trabekelmaschenwerk), zu einer Verminderung des Abflusswiderstandes und somit zu einer Erniedrigung des Augeninnendruckes.

Die Trabekelaspiration reinigt die Abflusswege des Kammerwassers im Auge. Der erniedrigte Abflusswiderstand senkt den Augeninnendruck.

Mit der Einführung minimalinvasiver Chirurgie (MIGS) in die Glaukombehandlung haben sich weitere Möglichkeiten ergeben, die Erkrankung zu kontrollieren:

Die Implantation von Stents (z.B. iStent, XEN) in das Trabekelmaschenwerk überbrückt den Abflusswiderstand, welchen das beim Glaukom erkrankte Gewebe aufbaut. Der Abfluss erfolgt dann direkt in den Schlemm-Kanal oder unter die Bindehaut. Dadurch kann der Augeninnendruck spürbar gesenkt werden.

Weitere Maßnahmen umfassen die Kanaloplastik und die Trabekulektomie, welche sowohl von außen als auch von innen durchgeführt werden können.

Weitere Informationen zur Operation des Glaukoms erhalten Sie auf den Seiten des Augenoperationszentrums Fulda AOZ.

Behandlung von Gefäßerkrankungen der Netzhaut – Altersabhängige Makuladegeneration (AMD), Diabetische Retinopathie, Makulaödem bei retinalen Venenverschlüssen

Retinaler Venenverschluss der Makula: es bestehen viele Netzhautblutungen (rechtes Bild). Die Optische Cohärenztomographie zeigt das Ausmaß der Schwellung (linkes Bild).

Retinaler Venenverschluss der Makula: es bestehen viele Netzhautblutungen (rechtes Bild). Die Optische Cohärenztomographie zeigt das Ausmaß der Schwellung (linkes Bild).

Nach der Behandlung mit Lucentis zeigt sich im OCT eine vollständige Rückbildung des Makulaödems. Die Einsenkung an der Stelle des schärfsten Sehens ist wieder hergestellt.

Nach der Behandlung mit Lucentis zeigt sich im OCT eine vollständige Rückbildung des Makulaödems. Die Einsenkung an der Stelle des schärfsten Sehens ist wieder hergestellt.

Zur Behandlung von Erkrankungen am Augenhintergrund kann heute in vielen Fällen auf eine große Operation verzichtet werden. Die Eingabe von Medikamenten in den Glaskörperraum kann heute Ergebnisse erzielen, welche noch vor wenigen Jahren unerreichbar waren.

Die IntraVitreale Operative Medikamenteneingabe IVOM ist eine Methode, Medikamente in das Augeninnere einzubringen, welche den Krankheitsprozess zurückdrängen. Zur Behandlung der genannten Erkrankungen werden sämtliche moderne Wirkstoffe in Abhängigkeit von der Erkrankung verwendet. Dazu zählen z.B. Lucentis, Eylea, Avastin, Ozurdex und Iluvien.

Weitere Informationen zur IVOM erhalten Sie auf den Seiten des Augenoperationszentrums Fulda AOZ.

Behandlung der vitreomakulären Traktion VMT und von Makulalöchern

Zarte Traktion des Glaskörpers auf die Stell des schärfsten Sehen (linkes Bild). 6 Monater später: Einriss der Fovea, die Lochränder sind geschwollen und stehen hoch (rechtes Bild)

Zarte Traktion des Glaskörpers auf die Stell des schärfsten Sehen (linkes Bild). 6 Monater später: Einriss der Fovea, die Lochränder sind geschwollen und stehen hoch (rechtes Bild)

Durch Anhaftung oder Zug (Traktion) des Glaskörpers an der Netzhaut können Kräfte entstehen, dies führt zur Sehverschlechterung. In einigen Fällen kann die Netzhaut einreißen, es entsteht ein Makulaforamen (Makulaloch). Dadurch wird die Sehschärfe häufig stark vermindert, auch eine spätere Operation kann diesen Schaden nicht immer bessern.

Bild vmt handzel: Zarte Traktion des Glaskörpers auf die Stell des schärfsten Sehen (linkes Bild). 6 Monater später: Einriss der Fovea, die Lochränder sind geschwollen und stehen hoch (rechtes Bild)

Die Eingabe des Wirkstoffs Ocriplasmin kann diese Anhaftung lösen und dem Einreißen der Netzhaut vorbeugen. Kleine Einrisse schließen sich nach der Behandlung wieder. Eine umfangreiche Netzhautoperation (pars plana Vitrektomie) im Rahmen eines stationären Aufenthaltes kann damit oft verhindert werden.

Das AOZ Fulda gehört zu den ersten Zentren in Deutschland, welche diese Therapie durchführen.

Weitere Informationen der Behandlung der vitreomakulären Traktion VMT mit Ocriplasmin (Jetrea®) erhalten Sie auf den Seiten des Augenoperationszentrums Fulda AOZ.